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Schriftstellerverband Baden-Württemberg in ver.di

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Technische Umsetzung:
Wurzelpilz Media GbR

Autorenprofil von Urs M. Fiechtner

Herr Urs M. Fiechtner

Wacholderweg 6
89129 Langenau
im Kreis UL
Geburtsjahr: 1955
Telefon: 07348 - 5113
Fax: 07348 - 4263
Email: autorengruppe79@gmx.de

Homepage des Autors

Bücher des Autors

BIBLIOGRAPHIE
FÜR SCHULEN

Mehr zum Autor

Urs M. Fiechtner, geboren 1955 in Bonn, gehört zu den wenigen Schriftstellern seiner Generation, die sich von Anfang an - also ohne den Umweg über einen „Brotberuf“ - der Literatur verschrieben haben.Er wuchs in Chile heran, spielte dort auf Kindergeburtstagen Sackhüpfen mit Offizieren, die später zu Kommandeuren von Folterzentren avancieren sollten und legte sich im Alter von sieben Jahren darauf fest, später „entweder Schrift-steller oder Indianer zu werden“.
Das mit dem Indianer hat nicht geklappt.
Zurück in der Bundesrepublik, flog er in kur-zen Abständen von mehreren Schulen - erst wegen seiner Abneigung gegen rechtsradikale Lehrer, zuletzt wegen einer wachsenden Ab-neigung gegen die Schule an sich – machte seinen Zivildienst, gründete 1976 die inter-kulturelle autorengruppe79 und gab mit 21 Jahren sein erstes Buch heraus: eine Lyrik-anthologie über Freiheit und Zivilcourage, die zu seiner eigenen Überraschung sofort ein Erfolg wurde. Seitdem sind zahlreiche Lyrik- und Prosabände erschienen, viele davon in Zu-sammenarbeit mit Sergio Vesely oder anderen Mitarbeitern der Autorengruppe.
Fiechtners Veröffentlichungen zeigen ein in Formen und Themen weit gefächertes Spektrum, das gleichermaßen eine sehr viel-seitige Lyrik wie Prosa umfasst und bis hin zu Interpretationen indianischer Überlieferungen, historischen Erzählungen, dokumentarischen Skizzen, Satiren, Übersetzungen, Jugend-büchern oder Literatur-&-Musik-Aufnahmen reicht. Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt er auf die Lyrik und auf den variantenreichen Umgang mit Formen der Kurzprosa, schreibt jedoch auch viele Jugendbücher, von denen schon sein erstes („Annas Geschichte“) viele Literaturpreise erhielt, in mehrere Sprachen übersetzt wurde und mittlerweile als Klassiker gilt - obwohl er, wie er sagt „eigentlich nicht weiß, was ein Jugendbuch ist...“ Vielleicht werden sie gerade deshalb von Jugendlichen ebenso gerne gelesen wie von Erwachsenen.
Fiechtner kann bei seiner Arbeit auf zwei Sprachen und zwei Kulturkreise zurückgreifen. Der stilistische Reichtum lateinamerikanischer Poesie steht ihm ebenso zur Verfügung wie die präzisen Gestaltungsmittel der deutschsprachi-gen Literatur, er bleibt weder den Grenzen der einen noch der anderen Sprache verhaftet und hat damit zu einem unverkennbar eigenen Stil gefunden, der Bilderkraft und Präzision mit-einander vereint ( Jean Améry über Fiechtner: „Hier wird das Wort selbst Ereignis, und zwar nicht nur als Wort, sondern als einbrechendes Geschehen.“).
Ebenso interessant wie der literarische Brückenschlag zwischen Formen und Kulturen ist für Fiechtner die Verbindung von Literatur und Musik. So entstand in der Zusammenarbeit mit Sergio Vesely die Konzertlesung als symbiotische Einheit aus Lyrik und Lied, Prosa und Musik, aus dem gesungenen wie dem gesprochenen Wort. Sie ist heute, nach ungezählten Auftritten überall im deutsch-sprachigen Raum, zu einem festen, längst auch von anderen Künstlern übernommenem Begriff geworden.
Fiechtners Konzertlesungen und Autoren-lesungen brachten ihm den Ruf eines heraus-ragenden Vorlesers ein, der „das oft bestätigte Vorurteil widerlegt, daß man Dichter nicht ihre eigenen Werke lesen lassen soll.“ (WAZ). Nicht wenige seiner Lesungen finden inzwischen in Schulen statt, da manche Texte und Bücher vielerorts Eingang in den Unterricht gefunden haben ( - einen anständigen Schulabschluß hat er aber trotzdem noch nicht...).
Viele seiner Bücher - auch die Jugendbücher – beruhen auf Dokumentarmaterial aus aller Welt und befassen sich mit zeitgeschichtlichen Themen, die ihn nicht allein als Schriftsteller, sondern schon seit seiner Schülerzeit als ehren-amtlichen Mitarbeiter von Menschenrechts-organisationen beschäftigen. Die Freiheit, das Recht, die Würde, die Identität und Integrität des Menschen - das sind seine Themen, über die er in vielgestaltigen Formen und weit jenseits von Larmoyanz oder Bitterkeit immer wieder geschrieben hat und immer wieder schreiben wird.



Bibliographie liegt bei.
Mehr unter www.autoren-bw.de

Pressefoto anbei oder über den Download-Service von
Bertelsmann www.pressdepartment.de

Sekundärmaterialien, Buch- und Veranstalterinfos unter
www.menschenrechte-in-der-schule.de/ursfiechtner

30 JAHRE AUTORENGRUPPE79
Die autorengruppe79 wurde 1976 von Urs M. Fiechtner gegründet, teils als Forum für die interkulturelle Zusammenarbeit von Autoren aus unterschiedlichen Kultur-kreisen, teils als Plattform für die gemeinsame Arbeit von Schriftstellern mit Künstlern aus anderen Disziplinen, vor allem der Musik: schon das erste gemeinsame Buch wurde 1977 in Form einer Konzertlesung vorgestellt.
Von Anfang an bilden Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely den Kern der Autoren-gruppe. Je nach Projekt arbeiten sie über einen mehr oder minder langen Zeitraum mit Autoren und Künstlern verschiedener Sparten zusammen, geben gemeinsame Publikationen heraus oder arbeiten mit ihnen auf der Bühne zusammen.

In ständig wechselnder Zusammensetzung ist die autorengruppe79 ein lockerer, auf gemeinsame Projekte begrenzter Zusammen-schluß sehr unterschiedlicher Künstler, die aus verschiedenen Perspektiven und mit unter-schiedlichen Mitteln an ein Projekt heran-gehen. Literatur und Musik stehen im Vorder-grund, gelegentlich kommen auch Graphik, Malerei und Fotographie hinzu. Auch beim Kulturellen Hintergrund ist der Wechsel der Perspektive - oder besser die gegenseitige Ergänzung aus den Blickwinkeln, der Sprache und den Stilmitteln verschiedener Kultur-traditionen - sehr erwünscht. So haben z.B. an der von Fiechtner mit Reiner Engelmann seit 1998 herausgegebenen Lesebuchreihe über Menschenrechtsthemen bisher über 100 Autoren/innen aus 60 Ländern mitgearbeitet.

Über Fiechtner und Vesely ist oft geschrieben worden, ihre Zusammenarbeit sei „bereits im besten Sinne multikulturell und wie selbstver-ständlich gewesen, lange bevor der Begriff in aller Munde war“. Das mag sein, je nachdem, welche der vielen Bedeutungen des Wortes man gerade unterlegt. Doch für sich selbst und die Arbeit der Autorengruppe ziehen Fiechtner und Vesely den präziseren Begriff der inter-kulturellen Zusammenarbeit vor, der nicht die unkritische, zuweilen ins Beliebige rutschende Vermengung oder die bloße „bunte Vielfalt“ meint, sondern die pointierte Auseinander-setzung und den gezielten Dialog.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird geprägt - nicht allein, aber doch mit einem deutlichen Schwerpunkt - von der Verbindung zwischen Literatur und Musik. Hier haben Fiechtner und Vesely die alte Tradition des Zusammenwirkens von Musik und Text, von gesungenem und gesprochenem Wort, auf eine angenehm unspektakuläre und auf das Wesent-liche reduzierte Weise wieder aufleben lassen und ihr 1977 mit der Konzertlesung einen Begriff gegeben, der heute Allgemeingut geworden ist – auch wenn er nicht immer so verwendet wird, wie Fiechtner und Vesely ihn meinen.

Auch wenn es die künstlerischen Unterschiede sind und nicht die Gemeinsamkeiten, die den Reiz der Zusammenarbeit in der Autoren-gruppe ausmachen, so sind doch einige Gemeinsamkeiten unter den Mitwirkenden offensichtlich : am Schreibtisch, im Studio und auf der Bühne konzentrieren sie sich auf das Wesentliche, also auf Themen, Formen, Inhalte. Alles andere tritt in den Hintergrund zurück, die Person des Autors ebenso wie das kommerzielle Interesse einer Publikation. Gemeinsam ist ihnen auch eine gewisse freundliche Skepsis gegenüber den Usancen des Kulturbetriebes - da halten sie sich aus allem heraus, was nicht unbedingt sein muss – und eine eher deftige Skepsis gegenüber den Forderungen irgendeines Zeitgeistes. Sich selbst nehmen sie nicht so wichtig - ihre Themen aber um so mehr, und daher ist es für sie auch ganz natürlich, mit einem Teil ihrer Arbeit andere zu unterstützen : nicht wenige ihrer Veranstaltungen und Publikationen kommen Menschenrechtsorganisationen oder Kulturinitiativen zugute.

Ansonsten hält sich die Autorengruppe mit programmatischen Vorstellungen zurück. Dies gilt übrigens auch für den Namen - in (selbst-) ironischer Anspielung auf die Bedeutungs-huberei vieler ähnlicher Initiativen jener Zeit hängten die Autoren ihrer Gruppe einfach die banalste und zugleich pragmatischste Zahl an, die ihnen einfiel : eine Postleitzahl, und zwar die (damalige) ihrer Adresse in Ulm. – Und amüsierten sich jahrelang damit, neugierigen Fragestellern die tiefsinnigsten Interpretationen aufzutischen...

Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, verdi Schriftstellerverband

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